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Informationen unserer Unterfränkischen Nachbargemeinde Bad Brückenau

 

Mahnende Erinnerung:

 

DenkOrt-Deportationen und Stolpersteine

Bekanntlich wurden im Juli 2024 die letzten Stolpersteine für jüdische Mitbürger, die unter der nationalsozialistischen Terrorherrschaft ums Leben kamen, gesetzt. Mit den Steinen der Familien Kaufmann und Schönfärber, verlegt vor deren ehemaligem Hotel im Staatsbad, wird nun insgesamt 46 jüdischen Opfern aus Bad Brückenau gedacht.


Betonen die Stolpersteine durch ihre Lage vor den einstigen Domizilen der Brückenauer Juden, dass sie mitten unter uns gelebt haben, so ist der Alte Rathausplatz der zentrale Ort unserer Stadt, wo das Gedenken der einzelnen zusammengeführt wird: auf einer Tafel sind deren Namen genannt und ein metallener Koffer weist als Denkmal auf Vertreibung und Deportation hin. Sein „Zwilling“ steht vor dem Hauptbahnhof Würzburg (mit rund 100 weiteren Gepäckstücken aus ehemals jüdischen Gemeinden Unterfrankens, vgl. Link: https://denkort-deportationen.de). Damit wird zum einen an die Brückenauer gedacht, die von dort oder anderen Großstädten aus in den gewaltsamen Tod per Reichsbahn zwangsverbracht worden sind, zum anderen erinnert das Gepäckstück aber auch an all diejenigen Mitbürger, die ihre Heimat unfreiwillig verlassen mussten (denen sozusagen der Koffer, in aller Öffentlichkeit, vor die Türe gestellt worden ist) und die noch rechtzeitig Zuflucht im Ausland fanden.

 

 

 

Am Dienstag, 18. November soll nun der Bad Brückenauer DenkOrt-Deportationen-Koffer im Rahmen einer Feierstunde mit einer Infotafel versehen werden, die die genannten Zusammenhänge darstellt, und zudem einen Titel erhalten, um Passanten die Bedeutung des unterfränkischen „partizipativen Denkmals“ zu vermitteln. Dieser ist in zwei ebenerdig gesetzte Stolpersteine eingraviert. Damit wird die Ebene aller in der Stadt verlegten Stolpersteine optisch aufgenommen, also die inhaltliche Vernetzung zwischen dem "Koffer"-Denkmal und den Stolpersteinen augenfällig.

 

Zuvor wird in der Stadt ein weiterer Stolperstein verlegt – für Ernst Putz. Der gebürtige Bad Brückenauer hat u.a. in seinem Heimatort eine erste höhere Schule auf den Weg gebracht – womit den benachteiligten Rhöner Kindern eine entsprechende Bildung ermöglicht werden sollte –, tat sich in den schwierigen 1920er Jahren als Bauernführer hervor („Florian Geyer der Rhön“) und zog 1924 als 28-Jähriger in den Deutschen Reichstag ein. Als kommunistischer Abgeordneter wurde er mit Beginn der nationalsozialistischen Terrorherrschaft verfolgt, schließlich festgesetzt und in Berlin-Moabit in sog. „Schutzhaft“ genommen, wo er im Herbst 1933 Suizid beging (Inschrift auf dem Stein: „FLUCHT IN DEN TOD“).


Gunter Demnig, Künstler und Initiator der Stolpersteine, von denen mittlerweile über 100.000 europaweit gesetzt worden sind, wird persönlich den Stein für Ernst Putz sowie die beiden „Titel“-Steine am DenkOrt-Deportationen-Koffer verlegen.

 

  • Stolpersteinverlegung in der Ernst-Putz-Straße 65 am Dienstag, 18.11.2025 um 10.00 Uhr
  • anschließend Verlegung der „Titel“-Stolpersteine sowie Enthüllung der Infotafel am Alten Rathausplatz.
  • Empfang bei Kaffee und Kuchen in der Georgi-Kurhalle um 11.00 Uhr

 

Herzliche Einladung.


AK „Stolpersteine“/ Dirk Hönerlage

Logo: Paul-Vogler, FMG
Foto Koffer: Dirk Hönerlage
Foto Ernst Putz: Stadtarchiv Bad Brückenau

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